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Backpacking durch Peru

Eine Backpacking Tour während meinen Semesterferien stand schon lange fest. Da ich aber selbst noch nie weit gereist bin, habe ich mir das alleine nicht zugetraut. Deshalb holte ich mir Alvin, ein Freund und Fotograf ins Boot, der selbst sehr viel reist.

Nachdem wir unsere ersten Reisepläne nach Myanmar wegen der Regenzeit wieder verworfen hatten, mussten wir uns schnell ein neues Reiseziel suchen, da meine Semesterferien schon kurz vor der Tür standen.

Unsere Wahl fiel dann auf Peru in Südamerika. Ich war noch nie in Amerika und war total begeistert von der Vielfältigkeit die uns Peru bieten sollte. Dschungel, Wüste, Meer und Gebirge, da wird es uns auf jeden Fall nicht langweilig.

Für die meisten Impfungen war jetzt die Zeit aber leider zu knapp und ich bekam nur kurzfristig die Gelbfieber Pflichtimpfung, da  wir in Panama einen Zwischenstopp hatten, wo selbst am Flughafen Gelbfieber Impfpflicht besteht.

Dann ging es auch schon ans Koffer packen. Schwieriger als gedacht…in meinen 45l Rucksack passte gerade so das Nötigste. Wanderschuhe, Handtuch, Regenjacke, Utensilo und einige Kleidungsstücke (zu meiner Rucksack-Packliste geht es hier). Meine Kamera quetschte ich gerade noch so in meinen kleinen Tagesrucksack, den ich immer bei mir tragen wollte. Mein Geld und die Reisedokumente versteckte ich in meiner Bauchtasche. Südamerika ist ja bekannt für die hohe Kriminalität, weshalb ich auf Nummer sicher gehen wollte und alles nochmal extern auf meiner Festplatte speicherte. Auf meiner ersten Reise soll ja nichts schiefgehen…

Am Freitag, den 10. August um fünf Uhr morgens ging es dann auch schon los. Mit dem Zug machten Alvin und ich uns also auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Ich hatte das Gefühl, jeder in der Bahn hat mich komisch gemustert, da meine Rucksackgröße beinahe meiner Körpergröße entsprach 😀 Trotzdem schleppte ich den Rucksack bis zur Gepäckabgabe und hiefte ihn stolz auf das Gepäckband.

Erst zwei Stunden später, als wir unsere Plätze im Flugzeug einnahmen, realisierte ich, dass mich die nächsten drei Wochen der Atlantik von meinem Zuhause trennen wird. Meine Aufregung stieg und ich schaute die ganzen 11 Stunden während dem Flug immer wieder gespannt aus dem Fenster, sah aber leider nichts außer Wolken und Meer.

Als wir bei unserem ersten Zwischenstopp in Punta Cana aus dem Flugzeug stiegen, schlug uns eine richtig warme und feuchte Luft entgegen. Am liebsten wollte ich in  Punta Cana bleiben. Die Dominikanische Republik gefiehl mir so gut, mit den Palmen am Flughafen. Durch einige Missverständnisse warteten wir dort noch ewig auf unsere Gepäckstücke, die aber schon direkt nach Peru weitergeleitet wurden, weshalb wir beinahe den nächsten Flug von Punta Cana nach Panama verpassten.

Dieses Mal war ich so erschöpft, dass ich den ganzen Flug verschlafen habe. Nur zum Essen wurde ich wach. Und ich gehöre tatsächlich zu den Menschen, die das Essen im Flugzeug lieben. Es war einfach bisher immer richtig lecker.

Auch den zweistündigen Flug von Panama, nach Lima (Peru) verging im Schlaf so schnell und schließlich kamen wir an.

Am Flughafen wurden wir von einem Mitarbeiter unseres Hostels abgeholt. Wir haben für die Buchung unserer Hostels die App booking.com benutzt und immer erst kurz vor Ort gebucht.

Die ersten drei Tage, die wir in Lima verbrachten, haben wir genutzt, um konkrete Reisepläne aufzustellen. Es war eher kalt, da es ja zu der Zeit in Lima Winter war. 15 Grad war die Durchschnittstemperatur während unseres Besuches. Leider fiel das Baden somit flach. Wir holten uns stattdessen viele Informationen ein und konnten so eine grobe Route festlegen. Aufgrund des kurzen Zeitraums mussten wir den Norden mit dem Dschungel leider komplett streichen. Das nächste Ziel war Huaraz, was etwas nördlich von Lima lag, danach sollte es allerdings nur noch in den Süden gehen. Ica, Huacachina, Arequipa und letztendlich Cusco, wo wir am längsten bleiben wollten. Für die Reise tauschten wir in Lima unser Geld in peruanische Sol ein, da wir nicht wussten, wann wir den nächsten Geldautomaten antreffen werden.

Um von einer Stadt in die nächste zu kommen, haben wir immer Nachtbüsse gebucht, da wir so das Geld für eine Übernachtung sparen konnten. Nach Huaraz sind wir etwa 9h gefahren und als wir ankamen, sah es aus, als wären wir in einem komplett anderen Land. Statt Meer lag eine riesige Bergkette vor uns, und am Fuße lag die schöne Stadt Huaraz. Die Menschen waren alle anders gekleidet als in Lima. Alle trugen peruanische Tracht und die Straßen waren ein einziges Marktleben. Überall boten peruanische Frauen ihr Obst und Gemüse oder andere Güter an und es war laut, sehr viel lauter als in Lima.

Alvin und ich waren beide von der langen Fahrt hungrig, und wir gingen in ein heimisches Lokal, welches uns empfohlen wurde. Schnell erfuhren wir, Lomo Saltado war hier das Nationalgericht. Rindfleisch angebraten mit Zwiebeln, Tomaten und Kartoffeln, dazu wird Reis serviert. Es war 8 Uhr morgens, aber es hinderte hier niemanden daran, Lomo Saltado zu frühstücken. Für uns war das sehr ungewohnt, aber es schmeckte wirklich gut und der Preis betrug mit Getränk etwa 10 Sol (etwa 4€).

Es fiel uns schnell auf, dass alles hier echt billig war. In einer Markthalle deckten wir uns mit einigen Lebensmitteln für die nächsten Tage ein. Wir hatten dieses Mal in unserem Hostel die Gelegenheit zu kochen, was echt praktisch war. Außerdem kauften wir einige typische Snacks, wie Inka Corn (gesalzene Maiskörner) und Coca Bonbons (aus der Coca Pflanze).

Für den nächsten Tag planten wir dann eine Wanderung auf einen 5000m hohen Berg, auf dem ein ganz toller See sein soll.

Wir sind also früh aufgestanden und haben einen Bus zu dem Berg genommen. Die Fahrt ging etwa 45 min, aber kostete uns nur 40 Cent, was echt super günstig war. Wir kamen direkt vor dem Berg an und jetzt ging es erst einmal 3 Stunden aufwärts. Schon nach den ersten paar Metern wurde uns bewusst, wie dünn die Luft hier ist. Wegen der Höhe werden wir bestimmt Probleme mit dem Sauerstoff bekommen, deshalb mussten wir langsam hoch, damit sich unser Körper an die Höhe gewöhnt. Von einigen Leuten, die das Zimmer im Hostel mit uns teilten, haben wir schon erfahren, dass viele Backpacker wegen der Höhenkrankheit auf halber Höhe umdrehen mussten. Wir kämpften uns aber Stück für Stück vor und erreichten gegen Mittag völlig erschöpft den Gipfel. Nachdem wir unsere Brote gegessen hatten und uns wieder etwas erholt hatten, ging es ans Bilder machen. Die Aussicht war gigantisch, und zum ersten Mal, seit wir in Peru waren, konnte ich ein T-shirt und ein Kleid anziehen. Es war hier zum Glück wärmer als in der Stadt, aber leider windete es auch. Die Bilder sind trotzdem super geworden.

  

Mit der Zeit kamen immer mehr wilde Hunde zu uns, in der Hoffnung, Essensreste zu finden. Leider musste ich auf Abstand bleiben, da ich ja nicht gegen Tollwut geimpft war. Stattdessen fand ich ein Alpaka und ein Schaf, mit denen ich tolle Selfies ergattern konnte 😀

       

Nach diesem Tag hatten wir aber erst einmal genug vom Wandern und wir verbrachten den letzten Tag in Huaraz lieber in der Stadt. Ich fand es ziemlich befremdlich, dass Hühner in kleinen Käfigen zwischen den Straßen gehalten werden und in der nächsten Straße hingen tote Hühner an den Wänden, die zum Verkauf angeboten wurden und alles war voller Fliegen und anderen Insekten. Mich wunderte es also nicht, dass einer unserer Zimmermitbewohner auf einmal eine Lebensmittelvergiftung hatte. Von da an beschloss ich, besonders vorsichtig zu sein, was Essen angeht, da ich ja auch weder eine Typhus- noch eine Choleraimpfung hatte, und beides in Peru dringend empfohlen wird. Ich aß also keinen Salat mehr und nahm nicht einmal Eiswürfel aus den Getränken zu mir. Und trotzdem wurde auch mir schlecht, nachdem wir die Busfahrt in die nächste Stadt Ica überstanden hatten.

Ica ist mitten in der Wüste und die Temperaturen waren erfreulicherweise recht sommerlich. Wir hatten ein ganz kleines Hostel, direkt an den Sanddünen. Doch leider verbrachten wir den ersten Tag nur in unseren Betten, weil es auch Alvin schließlich nicht mehr so gut ging.

Dafür ging es uns am nächsten Tag wieder besser und nachdem wir uns in der Stadt mit Lomo Saltado gestärkt hatten, beschlossen wir Sandboarden zu gehen. Der Aufstieg auf die Düne war ganz schön schwierig, da der Sand wegrutschte, heiß war und in den Schuhen hing. Deshalb war ich echt stolz, als ich schließlich oben ankam. Nachdem wir unser Board gewachst hatten, ging es auch schon wieder runter. Nach den ersten paar Versuchen lief es immer besser und schließlich konnte ich die ganze Dühne runterboarden. Als dann die Sonne unterging, nutzen wir die restliche Zeit auf der Düne noch um Fotos und Videos zu machen. Und als es dann ganz dunkel wurde, setzen wir uns auf die höchste Dühne und genossen die Aussicht auf die Städte voller Lichter. Sobald die Sonne aber weg war, wurde es auch zunehmend kälter und wir mussten uns beeilen, wieder ins Dorf zu kommen. Dieses Mal setzten wir uns auf das Board und fuhren bis zu unserem Hostel. Das hat wirklich richtig Spaß gemacht.

Seit Huaraz hielten wir außerdem ständig Kontakt zu den anderen Reisenden, die wir bereits kennengelernt hatten. Deshalb erfuhren wir auch, dass diese in einer wunderschönen Oase, direkt hinter der Düne von Ica untergekommen sind. Wir beschlossen am nächsten Tag deshalb, die Zeit in Ica zu verkürzen und die nächsten Tage ebenfalls in Huacachina bei den anderen zu verbringen. Wir nahmen also ein Taxi, das sind dort richtig kleine Wagen für drei Personen, und fuhren nach Ica.

Dort angekommen waren wir von dem Anblick der uns bot erst einmal richtig geflasht. Es war so wunderschön! Eine Stadt wie im Bilderbuch, mitten in der Wüste und im Zentrum der Stadt ein großer See, auf dem Einheimische Touren mit ihren kleinen Booten anboten. Im Gegensatz zu der trockenen Stadt Ica wuchsen hier überall Pflanzen und die Atmosphäre war unglaublich. Wir trafen uns direkt nachdem wir unser Zimmer bezogen hatten mit Rhali, einem Marokkaner den wir bereits in Huaraz kennen gelernt hatten. Auch er ist Videograf und passte deshalb super zu uns. Gemeinsam gingen wir in ein kleines, einheimisches Lokal und ich traute mich sogar eine Gemüsepizza zu bestellen, weil es dort echt clean aussah.

Als wir abends dann noch ein wenig in der Stadt unterwegs waren, wurde uns von einem Peruaner eine Quadtour in die Wüste angeboten. Diese war zwar nicht so billig, allerdings durfte man ohne Guide selbstständig durch die Wüste fahren, was für Fotos und Videos echt super ist. Also machten wir uns am nächsten Tag gegen Abend auf zu den Quads, um den Sonnenuntergang noch zu erwischen. Das Quadfahren machte wirklich unglaublich Spaß. Die Jungs gaben Vollgas und ich wollte da natürlich mithalten. Da ich aber etwas leichter war, hob es mich in jeder Kurve aus dem Sitz. Gar nicht so einfach…Für die Fotos stellte ich mich also dann doch lieber auf das abgestellte Quad 😀

  

Die restlichen Tage in Huacachina genossen wir in vollsten Zügen. Endlich war es wirklich warm, das hatte ich mir sehnlichst, nach der kalten Zeit in den Bergen gewünscht. Wir gingen noch ein paar Mal sandboarden. Jetzt wo ich es gelernt hatte, machte es noch mehr Spaß. Ich war deshalb sehr traurig, als wir nach vier Tagen mit dem Bus nach Arequipa aufbrechen mussten, um unseren Zeitplan einzuhalten. Von diesem Zeitpunkt an begleitete uns außerdem Rhali.

Da Arequipa etwas weiter weg war, mussten wir über Lima zurück. Lima hat uns aber nicht wirklich gefallen, weshalb wir direkt einen Anschlussbus nach Arequipa buchten. Nach knapp zwei Tagen im Bus kamen wir schließlich auch an. Auf den ersten Blick fand ich, dass Arequipa Lima sehr ähnlich war und ich konnte nichts Interessantes an der Stadt finden. Unser Hostelleiter empfahl uns daher, eine Tour außerhalb der Stadt zu buchen. Dort gab es anscheinend einiges zu sehen. Und er sollte Recht behalten…

Am nächsten Tag mussten wir bereits um 2 Uhr nachts aufstehen, da wir schon um 3 Uhr von einem kleinen Bus abgeholt wurden. Die Fahrt ging erst einmal einige Stunden Richtung Berge. Schließlich kamen wir in den Bergen an und der Bus hielt an einem kleinen Bauernhof. Ich war etwas verwirrt, da ich nicht wusste, was es hier zu sehen gab. Als ich ausstieg, war es wieder sehr kalt, aber wir waren das ja nun schon gewohnt. Es lag sogar noch Schnee in dem kleinen Bergdorf. Uns kam eine kleine Frau in peruanischer Tracht entgegen und bittete uns in ihr Wohnzimmer. Dort war bereits eine riesige Tafel eingedeckt. Frische Brötchen, Ziegenkäse, selbstgemachte Marmelade und Coca Tee standen schon für uns bereit. Nachdem wir uns mit dem Frühstück gestärkt hatten, wurden wir auf dem Hof herumgeführt. Ich fand es erstaunlich, mit wie wenig die Menschen hier über die Runden kamen. Das Haus war notdürftig zusammengehämmert und niemand hier besaß elektronische Geräte. Es gab außerdem noch Kerzen statt Licht. Wir wurden auch in das Dorf hineingeführt. Dort warteten bereits die Frauen und Mädchen auf uns, um uns ihre selbstgemachten Produkte aus Alpakas anzubieten. Außerdem konnte man gegen eine kleine Spende Fotos mit den Alpakas machen. Mir wurde ein Baby Alpaka direkt auf die Arme gedrückt und ich war erstaunt, wie leicht es eigentlich war. Durch das viele Fell sah es viel größer aus, wie es eigentlich war. Am nächsten Stand durften wir Kaktusfrüchte probieren. Oh Gott, waren die sauer, gut dass man etwas Zucker dazu bekam. Die Früchte sollen übrigens sehr gesund sein.

   

         

Nachdem wir uns alle satt gesehen hatten (wir waren eine Gruppe von etwa 15 Touristen), ging es weiter zu den „Hot Springs“, das waren Wasserbecken, die durch den Vulkan natürlich gewärmt wurden. Ich hatte leider keine Badesachen dabei und war deshalb echt happy, dass man dort auch Badeanzüge ausleihen konnte. Die Tour ging aber schon bald weiter, weshalb ich die Stunde in dem warmen Wasserbecken echt genoss. Die Luft war kalt, aber in dem Naturbecken war es echt warm. Das hat mich unfassbar fasziniert. Nachdem mir Alvin dann zurief, dass der Bus gleich weiterfahren würde, riß ich mich schweren Herzens aus dem Becken und machte mich auf den Weg zurück zum Bus. Leider musste ich dort feststellen, dass ich auch nicht an ein Handtuch gedacht hatte und ich trocknete mich notdürftig mit meiner Fleece Jacke ab. Haha durch die Backpacking Tour bin ich ja richtig kreativ geworden 😀

Der letzte Stop der Tour war der Canyon. Ein wirklich tolles Naturphänomen, bei dem wir sogar einen Condor entdecken konnten. Diese Vögel sind immer nur im Winter am Canyon und ziehen im Sommer an die Küste. Ausgewachsen sind sie etwa 3m groß, was mich echt beeindruckt hat. Ich war froh noch einen vor die Kamera bekommen zu haben, bevor es wieder zurück ging. Auch mit einem Mann im Condor Kostüm konnte ich ein Bild ergattern 😀

    

Die letzte Woche haben wir komplett für Cusco eingeplant, da man dort einfach am meisten machen kann. Ganz oben auf der Liste standen die Rainbow Mountains. Das sind Berge, die durch die verschiedenen Sedimentschichten einem Regenbogen glichen. Die Touren dorthin sind relativ teuer, weshalb wir uns riesig gefreut haben, dass wir an der Stelle mit Killa Expeditions kooperieren konnten.

Auch hier mussten wir wieder um 3 Uhr morgens los. Dann ging es wieder zwei Stunden die Berge hoch. So langsam war ich das Wandern gewohnt und es fiel mir dieses Mal leichter. Es wurden auch Pferderitte nach oben angeboten, was auch viele Reisende in Anspruch nahmen. Schon auf dem Weg nach oben sah man einige Berge in verschiedenen Farben, doch oben angekommen sah man einfach einen Berg, der gestreift mit verschieden Sedimenten einem wunderschönen Regenbogen ähnelte. Wir gaben uns viel Mühe und suchten die beste Position, um den Berg auf den Fotos einzufangen. Der Aufstieg hatte sich wirklich gelohnt.

  

Abends trafen wir uns in Cusco dann noch mit Eva und Lukas, einem deutschen Paar, welches wir kennengelernt hatten. Auf der Reise habe ich oft gemerkt, wie wichtig solche Kontakte sind. Man kann gegenseitig Erfahrungen austauschen und sich Tipps geben. Mit Eva und Lukas testeten Alvin, Rhali und ich einige Bars in Cusco.

Am nächsten Tag beschlossen wir die bekannten Salzminen von Peru zu besuchen. Schon als wir auf dem Berg vor den Salzminen waren, sahen wir aus der Ferne die riesigen Salzbecken, die mit ihren verschiedenen Farben ein tolles Muster bildeten. Bevor wir in die Mienen konnten, wurden uns natürlich wieder die örtlichen Produkte dort angedreht. Salzschokolade (die tatsächlich ganz gut schmeckte), Badesalz und etliche andere Produkte aus dem Salz konnten wir zu übertrieben teuren Preisen kaufen. In den Salzminen selbst, durfte man an einem Randweg entlang laufen und hin und wieder in ein Becken fassen um das salzige Wasser abzuschmecken. Leider haben wir direkt nach dem Einlass beschlossen ein Bild mitten in den Becken zu machen. Es gab anscheinend ein Schild, welches den Zutritt zu diesen Becken verboten hat, aber da wir die Sprache nicht konnten, haben wir das gar nicht realisiert. Erst als uns ein Sicherheitsbeamte rauspfiff, wunderten wir uns. Wir wurden dann direkt rausgeschmissen und konnten uns leider nicht einmal entschuldigen, da wir kein Spanisch konnten. Schade…dann ging es eben wieder nach Hause. Zum Trost gab es dann aber noch richtig leckeres Sushi in Cusco.

  

Die nächsten Tage, bis zu unserer letzten Reise nach Machu Picchu wollten wir voll und ganz in Cusco genießen. Tagsüber erkundeten wir die Stadt und abends testeten wir die peruanische Küche. Alpakafleisch, Alpakakäse, Inka-Mais und vieles mehr. Auch die riesigen Markthallen waren mir völlig fremd. Fleisch, Gemüse, Kleidung und alles andere, was es hierzulande in Läden gibt, wurde dort in den überfüllten Hallen an unzähligen Stände angeboten. Hier fiel mir besonders auf, dass die Preise für Touristen natürlich viel höher waren. Aber es ließ sich ganz gut handeln. Auch typische Souvenirs wie Coca Bonbons, Alpaka Pullover oder kleine Anhänger konnte ich hier günstig besorgen. Die kalten Abende verbrachten wir dann oft damit, Fotos oder Videos zu bearbeiten.

 

An meinem vorletzten Tag in Peru reisten wir dann endlich nach Machu Picchu. Dort sieht man die Überreste einer, von den Inkas gegründeten Stadt, hoch in den peruanischen Alpen. Machu Picchu gehört zu den sieben Weltwundern der Antike.

    

Die Zugfahrt dorthin dauerte wieder einen halben Tag. Leider kann man nicht direkt nach Machu Picchu, weshalb wir in einer kleinen Stadt, am Fuße des Berges einen Bus nehmen mussten. Man kann auch hochlaufen, allerdings war unser Kameraequipment einfach zu schwer. Es gab bereits morgens um 5 Uhr eine etwa 1km lange Schlange von Menschen, die für den Bus nach Machu Pichu anstand. Und auch vor Ort wartete man Ewigkeiten vor dem Eingang. Zum Glück waren wir sehr früh dran und in den Überresten der Stadt verteilten sich die Menschenmassen auch ganz gut. Wir warteten auf den Sonnenaufgang und machten direkt über den Ruinen ein paar wunderschöne Bilder. Anschließend besichtigten wir alles selbstständig und ich lauschte ab und zu heimlich dem Tourguide einer anderen Gruppe und konnte so einiges über Machu Picchu erfahren. Wie ich mitbekam, haben die Inkas die Stadt damals angefangen zu bauen, aber niemand weiß wofür. Es wird vermutet, dass das ihr Zufluchtsort war, zu dem sie kamen, wenn ihre Stadt angegriffen wird. Es war wirklich interessant, aber leider sehr überfüllt und wir machten uns gegen Mittag wieder auf den Heimweg. Wir hatten noch etwa 6 Stunden, bis unser Zug zurück ging. Da es auch hier „Hot Springs“ gab und wir das Baden letztes Mal so schön fanden, besuchten wir wieder diesen Badeort. Dieses Mal war es nicht ganz so schön, da das Wasser furchtbar stank. Trotzdem wärmten wir uns etwas auf. Dann ging es mit nassen Haaren in den Zug zurück.

Meine Heimreise startete am nächsten Tag in Cusco, Alvin und Rhali wollten noch weiter nach Bolivien reisen. Ich musste aber die nächsten drei Tage von Cusco nach Lima, von Lima nach Atlanta und von Atlanta nach München fliegen, bis ich dann endlich wieder in Deutschland ankam.

Zum Glück brachte mich Alvin zum Flughafen, da ich wirklich etwas überfordert war, weil ich das erste Mal so weit weg war und die Sprache nicht konnte. Ich war wirklich froh, diese dreiwöchige Reise mit Alvin gemacht zu haben. Er ist nicht nur ein super Foto- und Videograf sondern es hat sich auch eine echt tolle Freundschaft entwickelt. Ich hoffe ich darf bald wieder mit ihm reisen und von diesen tollen Fotos profitieren.

Die dreitätige Heimreise stellte sich als echt hart heraus, da ich quasi zwei Tage an den Flughäfen verbrachte. In Lima schlief ich die 12 Stunden auf dem Flughafenboden, da es keine Sitzmöglichkeit gab. In Atlanta war es schon etwas entspannter und ich klapperte die Duty Free Shops am Flughafen ab und gab meine letzten Dollars aus.

Die Reise war wirklich wunderschön, trotzdem war ich nach den drei Tagen froh, endlich in Deutschland angekommen zu sein. Doch lange wird es mich hier nicht halten…

Die Backpacking Tour hat meine Persönlichkeit sehr gestärkt und ich konnte viel mitnehmen. Die Erinnerungen werden mich sicher mein ganzes Leben lang begleiten, und das ist schön so.

 

 

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